Segelschule Grosse Freiheit
 

  Autor   Titel   Quelle      
  Bernd Gutterer   Street of Lombok   Reisebericht von Bernd Gutterer      
  Olaf Kanter   Sport für den Lord   MARE Zeitschrift der Meere (No 20/2000)      
  J.W. und Fr. Scheibert   Der Segelsport   Auszug aus der Neubearbeitung von Willy Jacob, 1922      
  Diverse   Törnberichte   Törnteilnehmer      
 
 

 
 

  Street of Lombok 

Nach drei Monaten „Große Freiheit“ schon Sidney-Hobart! Nein, ganz so schnell geht es nun doch nicht. Aber die Alcheringa, ein fünfzig Fuß Schiff hat in den siebziger Jahren an dem ultimativen Rennen sieben Mal teilgenommen. Nachdem es danach von einer nomadisierenden Familie gekauft wurde, die mit ihr über fünfzehn Jahre hinweg über die Weltmeere segelte (Neufundland, Brasilien, etc.) und nachdem der Nachbesitzer, ein australischer Professor auf ihr vereinsamte und eines allzu frühen Todes starb, lag sie Monate herrenlos vor Lombok in Indonesien vor Anker. Dort fand sie mein Kollege Frank Fladerer (lebt in Indonesien), kaufte sie und brachte sie zu altem Glanz.

Ich selbst habe im Sommer 2004 mit dem Sportbootführerschein Binnen angefangen (von der Crew der Alcheringa als Sonntagsführerschein verspottet). Zwar bin ich mit der Theorie und Praxis noch nicht allzu weit gekommen, aber im Dezember haben wir das Erlernte zwischen Bali und Lombok (und zurück) erst einmal in die Tat umgesetzt.

Die Street of Lombok wurde so z.B. durchsegelt. Diese gilt besonders bei Vollmond wegen ihrer Strömungen (Ausgleich zwischen Indischem Ozean und Pazifik) als anspruchsvoll. Nachdem sich aber ein Sturmtief, das einige Tage zuvor für einigen Wirbel gesorgt hatte, sich auflöste, konnten wir doch gemütlich durch die Street schippern. Windstärke bis zu 4.

Die Nacht zuvor waren wir Bali entlang gesegelt. Bei Sonnenaufgang tauchte dann die berühmte Vulkankette steuerbord auf. Dank eines ausdauernden mp3-players und eiskaltem Bier war das dann so erhebend, wie es auf dem Foto auch aussieht.

Der Wind kam dann auch bald von achtern. Den Kapitän erfasste der Ehrgeiz. Die Mannschaft wurde gerufen und der Spinnaker gesetzt. Das sah dann in allem alles schon etwas imposanter aus als auf dem Wannsee. Zudem wir auch (so schön kitschig wie man sich das eben vorstellt) mit den Früchten des Meeres versorgt wurden. Hier gibt es Tintenfisch. Ansonsten wurde Thunfisch geangelt, der dann gleich zu Sushi verarbeitet wurde.

Interessant war aber die Erfahrung, dass so ein großes Schiff doch viel träger reagiert als unsere Jollen auf den Berliner Binnengewässern. Klar wurde auch, dass es schon etwas an sich hat, genau das im Kleinen zu üben, was dann später hilft die Weltmeere zu erobern. Also zurück auf die Schulbank.

Für alle, die es interessiert: Informationen zur Alcheringa können unter www.alcheringa.de abgerufen werden.

Bernd Gutterer