Segelschule Grosse Freiheit
 

  Autor   Titel   Quelle      
      Ausbildungs- und Charterjacht          
      Technische Ausrüstung          
      Riss          
 
 

 
 
  Ausbildungs- und Charterjacht  

Nachdem wir in den Jahren zuvor Törns auf gecharterten Jachten angeboten hatten, konnten wir 2004 erstmals mit einer eigenen Hochseejacht in die neue Saison starten. Im November des Vorjahres bestellt, steht uns seit April 04 eine Bavaria 36/3 zur Verfügung. Stralsund ist der Heimathafen und von dort aus segeln wir jetzt im schönsten Revier der Ostsee: in den Gewässern um Rügen/Hiddensee.

Die Namensfindung war wie immer bei Schiffen - ein schwieriges Unterfangen. Getauft wurde es schließlich auf den Namen "NR. 7". Nach guter alter Reedermanier hätte es "Ulrike" sein müssen, aber es gab da massive Widerstände… Namen wie "Orion", "Deneb" oder "Aldebaran" waren ob ihrer "Originalität" nicht wirklich angesagt. Jemand schlug allen Ernstes "Carpe Diem" vor... Also, es war nicht ganz einfach und letztlich war´s dann "NR. 7" und das passt ja auch ganz gut zur "Großen Freiheit".

Weil "NR. 7" auch Ausbildungsjacht ist, wird sie regelmäßig von See-BG und BSH auf Herz und Nieren geprüft und besitzt das staatliche Schiffssicherheitszeugnis. Dies beinhaltet eine umfangreiche Sicherheitsausrüstung und ist rechtliche Voraussetzung, um überhaupt Ausbildungstörns fahren zu dürfen.

Bei der Ausstattung haben wir uns nicht lumpen lassen. Dazu gehört etwa ein 12,1-Zoll-Tageslicht-Radar mit integriertem Seekartenplotter. Die Radar-Overlay-Funktion ermöglicht das Radarbild auf die Seekarte zu projezieren und erleichtert Nachtansteuerungen oder das Navigieren in engen Fahrwassern erheblich. Das UKW-Sprechfunkgerät ist mit einem DSC-Controller für GMDSS gekoppelt und es befindet sich ein zweites, ebenfalls GMDSS-fähiges UKW-Handfunkgerät an Bord. Selbst wenn also die Stromversorgung des Bordnetzes ausfällt, kann man jederzeit noch Hilfe herbeiholen. Wetterempfänger, EPIRB, Radartransponder, Rettungsinsel, Automatic-Rettungswesten mit Lifebelts und Mantaue an Deck gehören ebenfalls zum umfangreichen Sicherheitspaket. Mit an Bord ist eine leistungsfähige Selbsteueranlage und natürlich eine starke Dieselheizung, die uns das Segeln auch in den kälteren Jahreszeiten erlaubt. Um bei jedem Wetter genug Leistung zu haben, wurde ab Werft gleich eine größere Maschine mit 29 PS statt serienmäßig 19 PS geordert.

Und auch die serienmäßige Segellast wurde aufgerüstet. Beim Großsegel haben wir aufgrund besserer Segeleigenschaften auf ein Rollsegel verzichtet und fahren stattdessen ein Lattengroß, das beim Bergen mittels Lazyjacks im Sailbag einfach zu handhaben ist: in den Wind fahren, Großfall lösen, Reißverschluss zu und fertig. Zusätzlich wird in 2005 ein zweites Vorstag geriggt, sodass wir bei mehr Wind die Rollgenau ganz wegnehmen können und eine Arbeitsfock als Stagsegel fahren können. Auch die Sturmfock kann dank des zweiten Vorstags schnell und einfach aufgeheisst werden. Vorteil: Während die Rollgenua ab einer bestimmten Wulstgröße am Vorstag nur noch "ästhetische" Aufgaben erfüllt, verrichten die Stagsegel weiterhin ihre Arbeit.

Von Mitte April bis Ende Oktober im Einsatz, wird das Schiff ca. zehn Wochen im Jahr durch die Segelschule genutzt. Dabei handelt es sich um so genannte Kojencharter, d.h. Ihr könnt einfach eine Koje auf einem von uns angebotenen Segeltörn buchen. Die Törns sind entweder reine Urlaubstörns oder spezielle Ausbildungstörns. Immer gilt jedoch: jeder, ob Segelerfahrung oder nicht, kann mitsegeln. Unsere Skipper sind erfahrene Leute, die entweder eine DSV-Segellehrerlizenz haben oder aber den Sportseeschiffer- oder den Sporthochseeschifferschein. Wenn´s hart auf hart kommt (z.B. dann, wenn die Crew ein merkwürdig fahles Aussehen bekommt...), sind sie in der Lage, das Boot auch allein zu segeln. Ansonsten gilt für unsere Törns: zupacken oder selber machen ist angesagt.

Für Chartercrews interessant: alle Beisegel (Arbeitsfock und Sturmfock) sind im Preis enthalten. Daneben bieten wir einige angenehme Kleinigkeiten. Das Schiff wird in der Charter und auf allen durch die Segelschule angebotenen Reisen immer inklusive Endreinigung angeboten. Jede Koje ist mit Kopfkissen und Bettdecke bestückt und frisch bezogen. Geschirrhandtücher sind obligatorisch.